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Nepal
Große Annapurna-Umrundung
-28. Oktober bis 24. November 2010-

 

 

Wetter Kathmandu
© meteo24.de

 

Wetter Pokhara
© meteo24.de

 


Namaste - Das nepalesische Zauberwort für alle Lebenssituationen (Hallo, Danke, Auf Wiedersehen...)

 

Rückblick:

Im Januar 2010 besuchen wir die jährlich in Dresden stattfindenden Reisetage, die vom Dresdner Reisebüro schulz aktiv reisen durchgeführt werden. Dort sehen wir u.a. auch einen Vortrag von Heiko Richter über die Große Annapurna-Umrundung. Uns gefällt der Vortrag und vor allem seine lustige Art und Weise des Vortrags. Da wir schon länger mit dem Gedanken spielen, den Urlaub in Nepal zu verbringen, nicht jünger werden, die Reise genau in dem Zeitraum stattfinden soll, wo wir immer unseren Jahresurlaub machen (Ende Oktober bis Ende November) und auch noch Heiko der Reiseleiter sein wird, buchen wir die Reise. Das Abenteuer Nepal mit der Annapurna-Umrundung kann also beginnen!!!

Vorbereitung:

Kann man sich eigentlich auf so eine Reise vorbereiten? Ok, etwas "bewandert" sollte man schon sein, denn immerhin ist man dort schließlich gut drei Wochen jeden Tag für mehrere Stunden zu Fuß mit einem Tagesrucksack auf dem Rücken unterwegs. Natürlich gehen wir im Frühjahr/Sommer 2010 mehrmals zum Wandern in die Sächsische Schweiz - auch, um etwas das schlechte Gewissen zu beruhigen... Sich im Vorfeld auf die Höhe vorzubereiten, ist da schon etwas schwieriger, denn einfach mal antesten, wie sich so der eigene Körper in 5.000 m verhält, kann man ja in unseren Breitengraden nicht mal eben so machen...

Mit den Erkenntnissen der nunmehr durchgeführten Reise kann ich nur empfehlen: wenn man nicht gerade vom Sofa aus startet, ist diese Tour auf alle Fälle ohne Probleme machbar!


Vorbemerkungen:

Folgender Satz, der bei schulz aktiv reisen in der Beschreibung zu dieser Tour steht, erklärt die Anforderungen an diese Reise ziemlich genau:

"...Komfortverzicht und Teamgeist; die Hauptschwierigkeit besteht wohl in der langen Dauer..."

Und einen Satz unseres Reiseleiters Heiko Richter kann ich hier ebenso weitergeben:

" Auf der Annapurna-Runde gilt es nicht nur den Pass und die Kilometer, sondern in erster Linie sich selbst zu überwinden."

Elf Reisende, ein Reiseleiter, drei Sherpas und 6 Träger sind für drei Wochen zusammen. Eine Gruppe, die "bunt zusammengewürfelt" ist, sich vor der Reise so nicht kennt. Die Gruppe ist täglich 24 Stunden zusammen, schläft ein paar Nächte in einem Gemeinschaftsraum. Jeder bekommt die Leiden des Anderen mit, nimmt Anteil an dessen gesundheitlichen Problemen... Also nix mit Privatsphäre!
Und auch der Komfort ist auf dieser dreiwöchigen Tour eher "basic": vielleicht 3x warme Dusche, oft tut es nur das Feuchttuch...
Jeden Tag geht es weiter zum nächsten Ort, d.h., man muss sich auch mit kleinen Wehwehchen zwingen, weiterzulaufen, kann also nicht liegen bleiben und es am nächsten Tag probieren.
Und die Umrundung ist nicht mit der Passüberquerung beendet, denn auch danach geht es noch ca. eine Woche weiter.
Wenn man sich schon vor Beginn der Reise mit diesen Umständen vertraut macht, dann wird es eine zwar anstrengende, aber doch erlebnisreiche Tour!!!


Unsere drei Sherpas Him, Sum und Krishna (v.l.n.r.)


Die Sherpas und Reiseleiter Heiko (r.)


Kulis Träger


Geld:

Bevor wir unsere große Tour starten, müssen wir noch Geld tauschen. Da wir weder in Pokhara noch unterwegs die Möglichkeit haben werden, an Geld zu kommen, tauschen wir bereits alles in Kathmandu. Wir veranschlagen pro Person und pro Tag 10 Euro und tauschen somit - großzügig aufgerundet - 250,00 Euro pro Person und erhalten dafür ca. 24.250 Nepalesische Rupien. Da wir weder die Unterkunft noch das Essen bezahlen müssen, haben wir keine Probleme damit, dass das Geld unterwegs nicht reicht. Wir benötigen das Geld "nur" für den Kauf von Getränken, Süßigkeiten und Souvenirs und wären auch mit 5 Euro pro Person und pro Tag hingekommen.
Wichtig ist, sich beim Tausch mit vielen kleinen Geldscheinen einzudecken, da oben in den Bergen das Wechseln eines 1.000-Rupien-Scheins sehr schwierig ist.


Wechselkurs: 1 EUR ca. 97 NPR

Preisübersicht:

Der Preis für die Unterkunft ist auf der Runde konstant 250 NPR/DZ. Wie schon beschrieben, handelt es sich um einfache Zimmer mit Gemeinschafts-Dusche und -WC.

Bier (650 ml) 250 bis 350 NRP
Wasser (1l) 20 bis 150 NRP
Essen ab 100 NRP

Der Preis steigt, je höher man kommt...


Die Annapurna-Umrundung:

Nach einem Tag Aufenthalt in Kathmandu geht es endlich los! Mit Yeti Airlines fliegen wir von Kathmandu nach Pokhara, vom Flughafen geht es noch ein Stück mit dem Bus. Ab dort geht es für drei Wochen zu Fuß weiter!

Fakten, Fakten, Fakten:

Die Tour ist ca. 300 km lang, dauert drei Wochen und mit einer Ausnahme (Ruhetag in Manang) sind wir jeden Tag an einem anderen Ort!
Die ersten drei Tage laufen wir noch außerhalb des offiziellen Annapurna Trails. Dies hat den Vorteil, dass wir uns noch fernab von anderen Touristengruppen bewegen.
Am vierten Tag "biegen" wir in Khudi auf den offiziellen Annapurna Trail ein.
Der gesamte Tourverlauf mit ausführlicher Beschreibung der einzelnen Tagesetappen kann auf der Homepage von schulz aktiv reisen nachgelesen werden.


Die Wanderschuhe sind notwendiges Utensil für die nächsten drei Wochen

 

 

Unterwegs:

Bis zum Pass geht es fast beschaulich am Fluss Marsyangdi Nadi entlang, ab Muktinath dann entlang der in den letzten Jahren neu errichteten Straße. Die Beschaffenheit der Wege ist recht unterschiedlich: von schön breit bis eng, eben, steinig, steil, durch und über das Wasser - es ist alles dabei...


Menschen:

Wie nicht anders zu erwarten, sind die Nepalesen ein freundliches Volk. Mit einem "Namaste" zaubert man bei allen Leuten ein Lächeln ins Gesicht.


Das Team:

Die drei Sherpas kümmern sich um die Reisegruppe, begleiten uns, helfen beim Essen kochen im jeweiligen Restaurant und sind einfach für alles da...
Die sechs Porter (Träger) tragen unsere Rucksäcke, d.h., vor unserem Frühstück schnüren sie zwei Säcke zusammen und laufen dann mit diesen los, manchmal treffen wir sie unterwegs, aber meistens sind sie lange vor uns am Zielort.

Tagesablauf:

Mit einigen wenigen Ausnahmen sieht ein Tag auf der "Runde" so aus:

- bis 07:00 Uhr den fertig gepackten Sack rausstellen
- ab 07:00 Uhr Frühstück
- um 08:00 Uhr Start der jeweiligen Tagesetappe
- unterwegs Mittagessen (manchmal auch am Zielort)
- je nach Tourlänge Ankunft am Zielort zwischen 14:00 und 16:00 Uhr
- ca. 18:30 Uhr Abendessen
- ca. 21:00 Uhr sind wir dann so müde, dass wir ins Bett gehen...

Was macht man bei schönem Wetter? Wolken fotografieren...


Wetter:

Wir haben Glück auf dieser Tour: kein Schnee, kein Regen, nach der Passüberquerung ist es aber leider recht wolkig. Tagsüber ist es angenehm warm, sobald die Sonne untergeht oder hinter den Bergen verschwindet, wird es sehr schnell recht kühl - nahe 0 Grad.

Unterkunft:

In der Regel übernachten wir in einfachen Zwei-Bett-Zimmern mit Gemeinschafts-Dusche und -WC. Die Zimmertemperaturen sind nur geringfügig höher, als die niedrigen Außentemperaturen - warm anziehen und dicker Schlafsack sind angesagt...

 

Nach Gemeinschaftsunterkunft (1. Reihe links) und den "normalen" Unterkünften genießen wir den (wenigen) Luxus: bequeme Betten mit Zudecke, eigenes WC und eigene Dusche und dann noch mit heißem Wasser...


Essen:

Ich habe bisher in keinem anderen Asien-Urlaub so abwechslungsreich gegessen, wie auf der Annapurna-Runde. O.k., typisch nepalesisch war nur das Dal Bat - Linsensuppe (Dal) mit Reis (Bat), aber Müsli, Porridge, Pancake, Eier, Brot/Toast mit Butter, Marmelade und Honig zum Frühstück sowie Suppen, Nudeln, Curry, Bratkaroffeln und Reis zum Mittag-/Abendessen haben fast immer super geschmeckt.

Es werden immer frische Zutaten verwendet:

Und es wird immer frisch gekocht:


Interessante Orte auf der Tour:

Überquerung des Thorung La auf 5.416 m Höhe:

Selbstverständlich ist die Überquerung des Thorung La (La = Pass auf nepalesisch) der absolute Höhepunkt dieser Tour! Und da die Akklimatisation bis dahin recht ordentlich verläuft, schaffen wir es, den Pass zu Fuß zu überqueren.

Geschafft - der Pass ist erreicht!

Hm, der Eindruck täuscht nicht - während Katrin total fit den Aufstieg vom High Camp (4.833 m) zum Pass schafft, habe ich einen schlechten Tag erwischt...

Und so ist es wohl auch zu verstehen, dass ich bei der Ankunft oben auf dem Pass ein Paar Tränchen vergieße...

Vielen Dank an Heiko, der diesen Moment festhielt und mir das Video zur Veröffentlichung freigab!!!

Trotz aller Freude, dass der Pass erreicht wird, kommt es noch mal heftig: hinunter nach Muktinath auf 3.760 m Höhe. Glücklicherweise haben wir schönes Wetter und somit schaffen wir es auch bis dahin fast problemlos.


Besuch eines Klosters bei Manang:

Bevor es aber über den Pass geht, genießen wir einen Ruhetag in Manang und laufen zu einem Kloster. Dort werden wir von einem 95 Jahre alten Mönch für die Passüberquerung gesegnet. Scheint ja irgendwie zu helfen...


Muktinath:

Der Tempel in Muktinath ist ein Buddhistisches Heiligtum in Nepal, wo viele Einheimische hinpilgern. Grund ist, dass dort zwei Elemente - Feuer und Wasser - nebeneinander an einer Stelle entdeckt wurden. Markant sind die 108 Wasserspeier - in deren eisigen Wasser die Pilgerer baden.


Kagbeni:

Eine Reise in die Vergangenheit erlebt man in dem kleinen Örtchen Kagbeni. Es ist sehr interessant und spannend, durch die vielen kleinen Gassen des Ortes zu spazieren.

Aber auch in so einem uralten Ort zieht die Moderne langsam ein...


Poon Hill:

Als wir am Abend in Ghorepani bei dichten Wolken ankommen, fällt es uns schwer, daran zu glauben, dass wir am nächsten Morgen einen super Sonnenaufgang vom Poon Hill aus beobachten können. Aber, als wir am Morgen um 5:00 Uhr aus dem Fenster schauen, werden wir mit einem klaren Sternenhimmel belohnt. Also steht dem Aufstieg auf den 3.200 m hohen Poon Hill nichts entgegen.

 


Dieses Video wurde mir von Heiko zur Verfügung gestellt


Kommentar von unserem Reiseleiter Heiko

 

Kathmandu:

Zu Beginn und zum Ende der Annapurna-Tour sind wir insgesamt drei Tage in Kathmandu. Zeit genug, um einige Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.

Swayambhunath Stupa:


Boudnath:

Boudnath oder Boudha gilt als wichtigster tibetischer Stupa außerhalb Tibets.
Wir haben das Glück, dass bei unserer Rückkehr nach Kathmandu gerade Vollmond ist. Sämtliche Feste der Buddhisten richten sich nach dem Vollmond. Und so sehen wir, dass an diesem Abend rund um den Stupa viele Kerzen angezündet werden. Sehr eindrucksvoll!

Sehr eindrucksvoll ist es aber auch, den Stupa und das Treiben am nächsten Morgen im Hellen zu betrachten.


Pashupatinath:

Pashupatinath ist Nepals heiligster hinduistischer Pilgerort. Hier finden öffentliche Leichenverbrennungen statt.


Bhaktapur:

Bhaktapur ist eine alte Königsstadt, ca. 16 Kilometer von Kathmandu entfernt. Um in die Stadt hineinzukommen, muss man $10 Eintritt bezahlen. Wie in Kagbeni fühlen wir uns auch hier um viele Jahre zurück versetzt.


Durbar Square:

Um Kathmandu gesehen zu haben, sollte man den Durbar Square besucht haben. Die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind hier versammelt: zahlreiche Tempel, der Alte Königspalast u.v.m.
Wir haben Glück und können im Innenhof des Kumari Chowk die Kumari - Kathmandus lebende Göttin - sehen.


Pokhara:

Nach der dreiwöchigen Trekkingtour bekommen wir schon einen kleinen Kulturschock, als wir Pokhara erreichen. Wir sind wieder in der Zivilisation angekommen! Hotelzimmer mit eigener Warmwasserdusche und WC, Einkaufsmöglichkeiten ohne Ende und viele Kneipen...

Natürlich stehen hier in Pokhara relaxen, shoppen und lecker Essen im Vordergrund. Wir haben ja Urlaub und wollen uns noch etwas von den Strapazen der Trekkingtour erholen.
Aber die Stadt hat auch Sehenswürdigkeiten zu bieten.


Phewa Tal (Phewa See):

Zum genannten Entspannungsprogramm gehört auch eine Bootsfahrt auf dem Phewa See. Mit dem Boot gelangt man zur Insel mit dem Schrein Tal Barahi und weiter zum gegenüberliegenden Ufer, wo wir hinauf zur Weltfriedenspagode wandern.


Tal Barahi:

Der Tal Barahi ist ein Schrein auf einer Insel im Phewa See. Der Samstag ist bei den Nepalesen freier Tag und so sind mit uns viele Einheimische unterwegs.

´


Weltfriedenspagode:

Die Pagode befindet sich in 1.113 Meter Höhe und gilt als Wahrzeichen der Region. Von hier genießen wir einen wunderschönen Blick.


Kuriositäten:

Zum Abschluss des Berichtes habe ich noch ein paar kuriose Bilder zusammengesucht:

Lecker!!!


Nach dem Essen - Zähneputzen nicht vergessen!

Rund-um-Service

Gut beschützt

Nochmal lecker...

Aufgepasst!!!

Vertrauen in die nepalesische Post

Let the music play

Alt und neu - dicht nebeneinander

Deutsche Sprache - schwere Spar ache

Naja, ich habe mich mal als Porter versucht...


Fazit:

Es war eine wunderschöne Tour!!! Das Reisebüro und vor allem den Reiseleiter Heiko Richter können wir sehr empfehlen!!!


Links:

Hier eine kleine ergänzende Sammlung von noch nicht oben aufgeführten Links:

Heiko Richter Homepage unseres Reiseleiters
schulz aktiv reisen Homepage unseres Reisebüros
Qatar Airways Fluggesellschaft für die Flüge Berlin-Tegel - Doha - Kathmandu und zurück
Yeti Airlines Fluggesellschaft für den Flug Kathmandu - Pokhara
Kathmandu Prince Hotel Unser Hotel in Kathmandu
n-tv Wandern durch das Annapurna-Massiv
GEO Bericht zum Bau der Straße entlang der Annapurna-Runde

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